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12. Mai 2009

2009 Internale Regatta in Gent

 

RCW holt drei Titel bei Internationaler Belgischer Meisterschaft

 

Gent Gruppe2

Kann man bei einer Regatta besser abschneiden? Zugegeben – die Strecke in Gent war für die Ruderer des RC Witten schon immer ein gutes Pflaster. Hier, beim Treffpunkt der ambitionierten Nachwuchsfahrer aus halb Europa – und in diesem Jahr auch aus Israel – konnten die RCW-Athleten immer ihre Stärken in der noch frühen Saison ausspielen:

 

Das schon fast perfekte Zusammenspiel nach dem traditionellen Trainingslage über Ostern, die exzellente Technik, die gute Kondition aus dem Wintertraining. Aber bei sieben Start sechs Siege bei internationaler Konkurrenz – wann hatte es das zuletzt gegeben? Zumal drei der Siege den Titel  Internationaler Belgischer Meister tragen? Es war ein glanzvolles Wochenende für Mirco Rolf, Marcel van Delden, Simon Faissner und Jakob Wegener, der, man wagt es gar nicht zu sagen, eigentlich noch für die Junioren fährt.

Es war also ein recht überschaubarer Haufen, die sich am vergangenen Wochenende gen Belgien zusammen mit Chef-Coach Henning Sandmann aufmachte. Nach den nicht wirklich optimal verlaufenden Deutschen Kleinbootmeisterschaften vor zwei Wochen, bei denen Platzierungen im C-Finale (Platz 13 bis 18) herausgesprungen waren, hatten sich die Vorzeige-Ruderer des RCW für Gent was vorgenommen. Vor allem sollte ein Doppelvierer ausprobiert werden, der bei den Deutschen Großbootmeisterschaften in Essen eingesetzt werden soll.

Gent  4x_Mirco,Simon,Marcel,JakobDieser Vierer erlebte also in Gent gleich bei den Internationalen Meisterschaften seine Premiere – und er machte es gut. Rolf, Delden, Faissner und Wegener trafen auf Gegner aus Oxford, Amsterdam und dem belgischen B-Nationalteam. Die vier RCW-Recken hielten sich strikt an die im Trainingslage eingeübte Taktik: Nach dem Start das Tempo hochhalten und erst nach 500 Metern auf Streckenschlag schalten, um die Gegner zu schocken. Die hielten sich dann auch brav daran, nur das belgische Team konnte zunächst noch mithalten. Bei der 1000-Meter-Marke hatte der RCW-Vierer schon eine ganze Bootslänge Vorsprung herausgerudert -   den er bis zum Ziel nicht mehr hergab.


Gent, 2x_Mirco, Marcel,Ähnlich erfolgreich verlief das Rennen im Doppelzweier mit Mirco Rolf und Marcel van Delden. Im Finale trafen sie auf den WM-Teilnehmer der U23 aus Israel, ein belgisches Team und zwei Zweier aus Großbritannien. Auch hier zündete die Taktik, gleich am Anfang nichts anbrennen zu lassen. Bei 1000 Metern lag das Wittener Boot eine halbe Bootslänge vor Israel und der belgischen Renngemeinschaft. Mit zwei Zwischenspurts konnten sich van Delden und Rolf von den Gegnern lösen und den Sieg vor dem israelischen Boot sicher nach Hause fahren.


Gent 1xSimonDer Männer Leichtgewichts-Einer ist seit jeher eine Domäne von Simon Faissner. Er hatte an gleicher Stelle schon 2006 din dieser Bootsgattung gewonnen. Diesmal traf Faissner im Finale auf die Boote aus Großbritannien, Zypern, Niederlande und Frankreich. Doch diesmal lief das Rennen anders als gedacht: Faissner konnte das Rennen nicht so schnell angehen, so dass er bei 500 Metern schon anderthalb Bootslängen hinter dem zypriotischen Ruderer aus dem Briten nur an dritter Stelle lag. Bei 1000 Metern hatte der Mann aus Zypern seinen Vorsprung sogar noch ausgebaut, nur der Brite hielt noch Kontakt. Niemand hatte noch Faissner auf der Rechnung. Aber niemand hatte wohl von Faissners berüchtigten Endspurtqualitäten gehört. Bei 1500 Metern war es dem Wittener gelungen, mit zwei Zwischenspurts aufzuschließen. 150 Meter vor dem Ziel kurbelte er, was das Zeug hielt und wurde seinem Ruf als Endspurtkönig mehr als gerecht. Kurz vor dem Zielstrich holte er den inzwischen führenden Briten ein und gewann das Herzschlagfinale mit einem Vorsprung von 3/10tel Sekunden. Der Zypriot kam als dritter ins Ziel, fünf Sekunden später.      

Der Sonntag wird in Gent traditionell als Internationale Regatta gefahren und war – aus Sicht des RCW – fast ein Spiegelbild des Vortags. Der Vierer konnte souverän gewinnen. Der Doppelzweier musste dagegen kämpfen, führte doch lange Zeit das israelische Boot, was erst bei der 1500-Meter-Marke abgefangen werden konnte. Den Männer-Einer gewann diesmal Mirco Rolf vor der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden. Nur Jakob Wegner musste am Sonntag dem kräftezehrenden Rennen des Wochenendes in der Männerklasse Tribut zollen. Im Junioren Einer A kam er auf den siebten Platz in der Gesamtwertung.

 

Martin Wocher