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10. April 2005

2005 Indoor Kettwig / WAZ

Die logo-waz-k.gif berichtete
 

Faissner löst das WM-Ticket nach Boston

Das Jahr ist noch jung - und Ruder-Talent Simon Faissner vom RC Witten hat sich seinen ersten Traum für dieses Jahr erfüllt: Mit einem Sieg beim NRW-Indoor-Cup in Essen-Kettwig qualifizierte sich der 17-Jährige für die Ergo-Weltmeisterschaft im Februar in Boston (USA).

Die Technik macht´s möglich, dass Ruderer zum Beweis ihrer Leistungsstärke nicht unbedingt aufs Wasser müssen. Mit Ruder-Ergometern, die einst als reine Trainingsgeräte konzipiert worden sind, kann die erbrachte Leistung mit Hilfe eines Computerprogramms in Meter umgerechnet und virtuell auf einen Bildschirm gebracht werden, so dass gar Zuschauer ein Rennen auf Großleinwand verfolgen können.

Seit zehn Jahren nun schon werden auf den Ruder-Ergometern Deutsche und Weltmeisterschaften über die olympische Distanz (2000 Meter) ausgetragen, am Samstag ging es beim 10. NRW-Indoor-Cup in Essen-Kettwig um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Boston.

Großes hatte sich RCW-Ass Simon Faissner vorgenommen. Er wollte über den Atlantik, die WM in Boston war für den 17-Jährigen das erste große Ziel für dieses Jahr. Im Dezember hatte er in Berlin die Deutsche Vizemeisterschaft auf dem Ergometer erreicht, seinerzeit musste sich der RCW-Athlet mit nur acht Zehntelsekunden Rückstand dem Creuznacher Adrian Bretting geschlagen geben.

Im Vorlauf des Indoor-Cups traf Faissner nicht auf Bretting. Hier galt es gleichsam die Finalteilnahme zu sichern, aber auch Kraft zu sparen für das entscheidende Rennen. Die Vorgabe seiner Trainer Henning Sandmann und Alex Holubars, die 2000 Meter in 6:40 min. zu rudern, setzte Faissner sekundengenau um und ging als Viertschnellster des Vorlaufs ins Finale.

Hier wusste der gebürtige Heidelberger, was passieren würde: Schnellstarter Adrian Bretting setzte sich vom Start weg an die Spitze, zeigte seiner Konkurrenz - wenn auch nur virtuell - die kalte Schulter. Das RCW-Talent, hinten raus ehedem stark, ließ sich dadurch nicht schocken und versuchte zunächst lediglich, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Nach 1000 Metern war die Konkurrenz bereits abgeschüttelt, der Zweikampf Bretting gegen Faissner ging auf die entscheidenden Meter.

An der 1200-Meter-Marke zog Faissner unter dem Jubel der zahlreichen Wittener Anhänger und Clubkameraden an seinem Kontrahenten vorbei und sicherte sich mit einem grandiosen Schlussspurt den Sieg. Noch besser: Auch die WM-Norm war erfüllt. Simon Faissner trifft am 13. Februar in Boston mit dem Bundeskader auf die Weltelite.

Die gute Winterform der RCW-Atleten bestätigten des Weiteren fünf Juniorinnen mit ihrer Finalteilnahme in Kettwig. Landesmeisterin Sina Geigenmüller gewann bei den B-Juniorinnen Silber, ihre Clubkollegin Jule Schulz belegte nach bester Vorlaufzeit, aber leicht krank, den vierten Platz. Fabienne Andree und Lorena Moll (Juniorinnen B) erreichten die Plätze sechs und sieben, Lina Senekovic (Juniorin A) wurde Neunte.