Deutscher Meistertitel für Wittener Juniorinnen bei den Sprintmeisterschaften
Nur eine Woche nach den Landesmeisterschaften NRW stand für die Nachwuchsruderinnen und -ruderer des Ruder-Club Witten bereits der nächste Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Vom 9. bis 11. Oktober ging es bei den Deutschen Sprintmeisterschaften in Essen-Kettwig um die nationalen Titel über 350 Meter. Den größten Erfolg feierten die Wittener Juniorinnen im Achter: Gemeinsam sicherten sie sich den Deutschen Meistertitel. Hinzu kamen drei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille für den RCW.
Ausgetragen wurden die Deutschen Sprintmeisterschaften gemeinsam mit dem traditionellen Kettwiger Herbst-Cup. Die traditionsreiche Regatta ist Jahr für Jahr ein Zuschauermagnet und bot auch den Deutschen Sprintmeisterschaften einen besonderen Rahmen. Für die Wittener Mannschaft bedeutete das zum Ende einer langen Rudersaison noch einmal Wettkampfsport vor großer Kulisse.
Die Sprintmeisterschaften stellen dabei eine ganz eigene Herausforderung dar. Statt der für die Juniorinnen und Junioren gewohnten 2.000 Meter werden die Rennen über lediglich 350 Meter ausgetragen. Auf der kurzen Distanz bleibt kaum Zeit, Fehler zu korrigieren. Für die Wittener kam hinzu, dass zwischen den Landesmeisterschaften in Krefeld und den Deutschen Sprintmeisterschaften gerade einmal eine Woche lag und entsprechend wenig Zeit blieb, sich gezielt auf das andere Rennformat vorzubereiten.
Bereits am Freitag begannen die Meisterschaften mit den ersten Vorläufen. Am Samstag folgten Hoffnungsläufe und am Abend bereits die ersten Finals. Gerade diese Finalläufe boten eine außergewöhnliche Kulisse: In der Dunkelheit wurde die Strecke mit Flutlicht beleuchtet, während bei den Zieleinläufen Feuerfontänen gezündet wurden.
Am Samstagabend ging die Veranstaltung anschließend in das traditionelle „Fest der Ruderer“ über. Direkt an der Regattastrecke wurde gemeinsam gefeiert, begleitet von einer Live-Band. Damit bot der Kettwiger Herbst-Cup neben dem sportlichen Programm auch abseits des Wassers einen besonderen Rahmen für die Deutschen Sprintmeisterschaften.
Vier Medaillen in den Klein- und Mittelbooten
Sportlich konnten die Wittener bereits vor dem abschließenden Achterrennen mehrere Erfolge feiern. Im Doppelzweier der B-Juniorinnen gingen gleich zwei RCW-Boote an den Start. Hannah und Sophie Brozio schafften den Sprung auf das Podium und sicherten sich die Bronzemedaille.
Timea Ryll und Melanie Solomov traten ebenfalls im Doppelzweier der B-Juniorinnen an. Die beiden eigentlichen Leichtgewichtsruderinnen qualifizierten sich für das B-Finale und entschieden dieses für sich.
Auch bei den A-Juniorinnen war der RCW mit zwei Doppelzweiern vertreten. Amelie Lehde und Lea-Sophie Lehde sowie Julie Aurelia Spring und Liana Büttner erreichten jeweils das B-Finale. Dort kam es zu einem äußerst knappen vereinsinternen Duell: Mit gerade einmal einer Zehntelsekunde Vorsprung gewannen Amelie und Lea-Sophie das Rennen vor Julie und Liana.
Eine weitere Medaille folgte im gesteuerten Vierer der B-Juniorinnen. Melanie Solomov, Hannah Brozio, Sophie Brozio und Timea Ryll gingen gemeinsam mit Steuermann Finn Lohmeyer an den Start und belohnten sich mit der Silbermedaille.
Ihre älteren Vereinskameradinnen machten es ihnen im Doppelvierer der A-Juniorinnen nach. Amelie Lehde, Lea-Sophie Lehde, Julie Aurelia Spring und Liana Büttner lieferten sich ein äußerst knappes Rennen und sicherten sich ebenfalls Silber.
Die dritte Silbermedaille für den RCW gab es im Mixed-Doppelvierer der A-Junioren. Liana Büttner, Anton Altenbernd, Finn Lohmeyer und Amelie Lehde schafften knapp den Einzug in das A-Finale und zeigten dort unter Flutlicht ein starkes Rennen, das sie mit dem zweiten Platz und damit der Silbermedaille abschlossen.
Auch weitere Wittener Boote stellten sich der nationalen Konkurrenz. Leander Felix Spring und Nils Evers traten im Doppelzweier der B-Junioren an. Die beiden Leichtgewichtsruderer kämpften im Hoffnungslauf um den Einzug in die nächste Runde, mussten sich dort jedoch der schwereren Konkurrenz geschlagen geben.
Im Mixed-Doppelvierer der B-Junioren gingen Finn Lohmeyer, Leander Felix Spring sowie Hannah und Sophie Brozio gemeinsam an den Start. Das Wittener Quartett gewann zunächst seinen Vorlauf und qualifizierte sich damit für das Finale. Dort reichte es schließlich nicht ganz für einen Platz auf dem Podium.
Deutscher Meistertitel als Höhepunkt zum Abschluss
Den sportlichen Höhepunkt aus Wittener Sicht lieferten schließlich die Juniorinnen im Achter. Die erfolgreichen Sportlerinnen bündelten für das größte Mannschaftsboot noch einmal ihre Kräfte und gingen gemeinsam mit Steuermann Finn Lohmeyer im Juniorinnen-Achter der Altersklassen A/B an den Start.
Dort gelang dem RCW der größte Erfolg des Meisterschaftswochenendes: Die Wittenerinnen setzten sich gegen die nationale Konkurrenz durch und sicherten sich den Sieg. Damit durften sie die Saison mit dem Titel Deutsche Sprintmeisterinnen 2026 abschließen.
Der Erfolg im Achter bildete zugleich den Höhepunkt eines ohnehin erfolgreichen Meisterschaftswochenendes. Neben dem Deutschen Meistertitel kehrten die Wittener mit drei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille aus Essen-Kettwig zurück. Hinzu kamen mehrere gewonnene Vor- und B-Finals.
Für die jungen Sportlerinnen und Sportler war der Ausflug auf die 350-Meter-Distanz damit nicht nur sportlich erfolgreich. Das ungewohnte Sprintformat stellte sie zum Ende der Saison noch einmal vor eine völlig andere Herausforderung als die klassische 2.000-Meter-Strecke. Gleichzeitig sorgte der Kettwiger Herbst-Cup mit seiner großen Zuschauerkulisse, den Finals unter Flutlicht, den Feuerfontänen bei den Zieleinläufen und dem traditionellen „Fest der Ruderer“ für einen besonderen Rahmen und einen gelungenen Abschluss einer langen Regattasaison.
Fotos: meinruderbild.de


