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09. Oktober 2026

Bochum/Witten-Achter beendet Bundesliga-Saison mit starkem Finale – Wittener Juniorinnen siegen in Heidelberg

Der Bundesligaachter beim Gewinn der goldenen Ananas in Heidelberg.
Der Bundesligaachter beim Gewinn der goldenen Ananas in Heidelberg.

Mit einem überraschend starken vierten Platz beim Saisonfinale in Heidelberg hat der Bochum/Witten-Achter die Ruder-Bundesliga-Saison 2026 erfolgreich abgeschlossen. Nach fünf Renntagen belegte die Renngemeinschaft des Rudervereins Bochum und des Ruder-Club Witten den achten Platz in der Abschlusstabelle. Für einen weiteren Höhepunkt aus Wittener Sicht sorgten die Juniorinnen des RCW: Beim zusätzlich ausgetragenen Juniorinnen-Achter-Wettbewerb gewannen sie unter dem Namen „Goofys ACHTERbahn“ das A-Finale und konnten dabei selbst die besondere Atmosphäre eines Ruder-Bundesliga-Renntages erleben.

Die Ruder-Bundesliga bietet eine besondere Form des Rudersports: Anders als bei den klassischen Regatten über die olympische Distanz von 2.000 Metern treten die Mannschaften hier in direkten Duellen über kurze Sprintstrecken von rund 350 Metern gegeneinander an. Explosive Starts, hohe Schlagfrequenzen und ein möglichst fehlerfreier Rennverlauf entscheiden dabei häufig innerhalb weniger Sekunden über Sieg und Niederlage.

Für den Bochum/Witten-Achter begann die Saison am 13. Juni in Berlin. Anschließend führte die Bundesliga die Mannschaft Ende Juli im Rahmen der Multisportveranstaltung „Die Finals“ nach Hannover. Weitere Stationen waren Osnabrück am 22. August und Essen-Kupferdreh am 5. September, bevor am 19. September das große Saisonfinale in Heidelberg stattfand.

Betreut wurde die Mannschaft auch in diesem Jahr von Trainer Anton Wende. Der Kader setzte sich überwiegend aus Sportlern des Rudervereins Bochum zusammen und wurde durch Athleten des RC Witten sowie weiterer Vereine ergänzt.

Wechselhafte Saison mit engen Entscheidungen

Der Saisonauftakt in Berlin verlief mit dem siebten Platz zunächst ordentlich. Damit konnte die Mannschaft an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen, als sie die Saison ebenfalls auf dem achten Gesamtrang beendet hatte.

Beim zweiten Renntag in Hannover wartete eine besondere Kulisse. Im Rahmen der Finals trafen die Bundesliga-Mannschaften auf dem Maschsee aufeinander. Neben der großen medialen Aufmerksamkeit sorgten auch die Teilnahme des Deutschlandachters und weiterer Nationalmannschaftsruderer für ein hochklassiges Teilnehmerfeld.

Für den Bochum/Witten-Achter begann der Renntag allerdings schwierig. Nach einem enttäuschenden Zeitfahren musste sich die Mannschaft zunächst mit der zwölftschnellsten Zeit zufriedengeben. Im weiteren Verlauf gelang jedoch eine deutliche Steigerung. Unter anderem konnte der Achter die Mannschaft aus Hannover mehrfach hinter sich lassen und sich so noch auf den neunten Platz der Bundesliga-Wertung vorarbeiten.

Auch beim dritten Renntag in Osnabrück reichte es für die Renngemeinschaft letztlich zu Rang neun. Damit blieb der erhoffte Sprung in die obere Tabellenhälfte zunächst aus.

Besonders bitter verlief anschließend der vierte Renntag in Essen-Kupferdreh. Nach einem von wechselnden Windbedingungen beeinflussten Zeitfahren musste der Bochum/Witten-Achter bereits früh gegen den starken Germania-Achter aus Frankfurt antreten und verpasste den Einzug in die obere Hälfte. Durch Siege gegen Gießen und Berlin kämpfte sich die Mannschaft anschließend bis in das Rennen um Platz neun vor.

Dort kam es zum Ruhrderby gegen die Gastgeber aus Essen. Beide Achter lieferten sich über die gesamte Strecke ein äußerst knappes Rennen, das erst durch das Zielfoto entschieden werden konnte. Mit einem Vorsprung von gerade einmal einer Hundertstelsekunde behielten die Essener die Oberhand. Für Bochum/Witten blieb damit der zehnte Platz.

Vor dem abschließenden Renntag war die Situation in der Gesamttabelle entsprechend angespannt. Der Vorsprung auf Essen war auf einen einzigen Punkt geschrumpft, während der Mainzer Achter nur zwei Punkte vor der Renngemeinschaft lag. In Heidelberg musste deshalb eine deutliche Leistungssteigerung her.

Stärkster Saisonauftritt beim Finale in Heidelberg

Ausgerechnet beim letzten Renntag zeigte der Bochum/Witten-Achter seine beste Saisonleistung. Bereits im Zeitfahren gegen den späteren Tagessieger aus Frankfurt präsentierte sich die Mannschaft in hervorragender Verfassung. Trotz des starken Gegners gelang die sechstschnellste Zeit des gesamten Teilnehmerfeldes.

Im anschließenden Achtelfinale wartete erneut das Ruhrderby gegen Essen. Die Ausgangslage hätte kaum spannender sein können: Eine Niederlage hätte für Bochum/Witten den Rückfall auf den zehnten Tabellenplatz bedeuten können.

Entsprechend entschlossen ging die Mannschaft das Rennen an. Mit einem frühen Endspurt versuchte der Achter, die Essener auf den letzten Metern niederzuringen. Als beide Boote die Ziellinie überquerten, war zunächst nicht zu erkennen, wer gewonnen hatte. Erst die offizielle Zeitnahme brachte Gewissheit: Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur vier Hundertstelsekunden setzte sich der Bochum/Witten-Achter durch. Nach der bitteren Niederlage in Essen gelang damit die Revanche im entscheidenden Moment. Gleichzeitig war der Einzug unter die besten vier Mannschaften des Renntages geschafft.

Im Halbfinale warteten die bis dahin ungeschlagenen Hamburger, die sich bereits den Gesamtsieg der Bundesliga gesichert hatten. Trotz einer guten ersten Streckenhälfte musste der Bochum/Witten-Achter den frisch gebackenen Ligachampion schließlich ziehen lassen.

Im anschließenden Rennen um Bronze traf die Mannschaft auf das Sprintteam Mülheim, das die Bundesliga in den vergangenen Jahren dominiert hatte. Doch auch gegen den ehemaligen Serienmeister zeigte Bochum/Witten eine starke Leistung. Über die gesamte Strecke entwickelte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die Überraschung bis zuletzt möglich schien. Am Ende behielt Mülheim knapp die Oberhand.

Der vierte Platz war dennoch mit Abstand das beste Ergebnis der Mannschaft in der Saison 2026. Bei der anschließenden Siegerehrung durfte der Achter die in der Ruder-Bundesliga traditionell an den Viertplatzierten vergebene „goldene Ananas“ entgegennehmen.

Mit diesem starken Saisonabschluss sicherte sich die Renngemeinschaft schließlich den achten Platz in der Gesamtwertung mit 31 Punkten. Damit bestätigte sie ihre Platzierung aus dem Vorjahr, auch wenn der Weg dorthin diesmal deutlich wechselhafter verlief.

Wittener Juniorinnen gewinnen Achter-Sprint in Heidelberg

Nicht nur der Bochum/Witten-Achter sorgte beim Saisonfinale in Heidelberg für einen erfolgreichen Abschluss. Auch die Juniorinnen des Ruder-Club Witten bekamen die Gelegenheit, echte Ruder-Bundesliga-Luft zu schnuppern. Im Rahmen des Renntages wurde ein eigener Wettbewerb für Juniorinnen-Achter ausgetragen, bei dem der RCW unter dem Namen „Goofys ACHTERbahn“ an den Start ging.

Bereits am Freitag reiste die Mannschaft nach Heidelberg, riggerte den Achter auf und nutzte den restlichen Tag, um gemeinsam die Stadt zu erkunden. Am Samstag folgte dann ein intensiver Renntag. Insgesamt viermal mussten die Wittener Juniorinnen über die kurze Sprintdistanz aufs Wasser, zwischen den Rennen lagen jeweils nur ein bis zwei Stunden Pause. Eine ungewohnte Belastung für die Sportlerinnen, deren Saison ansonsten vor allem von Rennen über die klassische 2.000-Meter-Distanz geprägt ist.

Mit der neuen Herausforderung kam die Mannschaft hervorragend zurecht. Nach den ersten beiden Rennen hatte der RCW-Achter jeweils die schnellste Zeit des Teilnehmerfeldes erzielt. Mit der anschließenden Qualifikation für das A-Finale stieg die Motivation noch einmal.

Auch im entscheidenden Rennen ließen die Wittenerinnen nichts anbrennen. Der Achter kämpfte sich bis auf rund eine Bootslänge vor die Konkurrenz und überquerte nach 1:12,47 Minuten als Sieger die Ziellinie. Der avanti-Achter folgte in 1:17,60 Minuten auf Rang zwei. Im zweiten Finale setzte sich der Heidelgirls-Achter gegen den Edithaachter Magdeburg durch.

Mindestens ebenso wichtig wie das Ergebnis war für die Juniorinnen die Erfahrung rund um den Wettkampf. Nach ihrem Sieg konnten sie die besondere Atmosphäre eines Bundesliga-Renntages genießen und den Abend bei der RBL-Party am Heidelberger Ruderklub gemeinsam mit den anderen Mannschaften ausklingen lassen.

Für die Wittenerinnen war der Ausflug in den Bundesliga-Sprint damit in mehrfacher Hinsicht ein Erfolg. Die gemeinsamen Rennen stärkten die Gruppendynamik innerhalb der Mannschaft und zeigten zugleich neue Möglichkeiten für das Rudern beim RCW auf. Vor allem aber hatten die Sportlerinnen viel Spaß an dem für sie ungewohnten Wettkampfformat.

Positiver Abschluss einer wechselhaften Saison

Mit dem vierten Platz in Heidelberg und Rang acht in der Abschlusstabelle blickt der Bochum/Witten-Achter auf eine Saison mit einigen Höhen und Tiefen zurück. Gerade der letzte Renntag zeigte jedoch, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Nach den neunten Plätzen in Hannover und Osnabrück sowie Rang zehn in Essen gelang ausgerechnet beim Saisonfinale der Sprung bis in die Top Vier.

Für den RC Witten kam mit dem Sieg der Juniorinnen ein weiterer gelungener Abschluss hinzu. Während der Bochum/Witten-Achter damit seine zweite Bundesliga-Saison in Folge auf dem achten Gesamtrang beendete, konnten die Wittener Nachwuchsruderinnen erstmals selbst erleben, was den besonderen Charakter der Ruder-Bundesliga ausmacht.