Ruder-Club Witten von 1892 e.V. Ruder-Club Witten von 1892 e.V.

RCW Aktuell

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RCW-Vortragsabend

 „Welche Auswirkungen hat Sport auf das Gehirn?“
Jun.-Prof. Dr. Simon Faissner


Am vergangenen Dienstagabend, den 26. November, fand nach mehrjähriger Pause der Vortragsabend am Ruder-Club Witten zur Freude vieler Mitglieder wieder statt. Zuletzt wurde diese Tradition von den Rednern Lukas Föbinger und Jacob Raillon nach ihren Erfolgen bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro im Jahr 2015 fortgeführt.


Entsprechend groß war die Vorfreude auf den Vortrag von Simon Faissner, der nicht nur ein eingefleischtes RCW-Mitglied ist, sondern auch seit diesem Jahr eine Juniorprofessur am Forschungszentrum Neuroimmunologie des Katholischen Klinikum Bochum innehat. Der Hauptforschungsbereich von Simon liegt dabei in der Multiplen Sklerose und deren Auswirkungen auf das Immun- und zentrale Nervensystem.

Schon bevor Simon eintraf, waren beinahe alle Sitzplätze des Bootshauses besetzt. Dabei waren alle Altersklassen vertreten und die etwa 100 Zuhörer warteten gespannt auf den Präsentationsbeginn. Im Fokus des Vortrages stand vor allem die Frage, der sich viele Forscher und Wissenschaftler der Medizin gewidmet haben: Welche Auswirkungen hat sportliche Betätigung auf die Gesundheit und weitergehend auf das Gehirn und die geistige Fitness?

Zunächst wurden die vielen Zuschauer, deren Großteil vermutlich ihren Alltag mit anderen Dingen verbringen, durch Simon an die Thematik herangeführt. Simon hatte dazu mehrere interessante wissenschaftliche Studien grafisch und inhaltlich aufbereitet. Einige Studien, die mit teilweise überraschendem Erfolg an Nagetieren durchgeführt worden waren, zeigten, dass regelmäßige körperliche Betätigung diverse positive Effekte auf das Hirn und dessen Fähigkeiten haben kann. Im Groben und Ganzen zählen dazu beispielsweise die verbesserten neurologischen Fähigkeiten bis ins hohe Alter und sogar eine höhere Lebenserwartung der Tiere. Anschließend thematisierte Simon auch die Auswirkung von Sport auf das menschliche Gehirn und kam zu dem Schluss, dass die Ergebnisse aus den Versuchen an den Nagetieren auch teilweise auf den Menschen übertragbar sind.

Jeder Leistungssportler oder ehemaliger Leistungssportler fragt sich wohl an einem Punkt in der sportlichen Karriere, inwiefern die Schindereien auf dem Ruderergometer, im Boot oder im Kraftraum noch förderlich sind und ab wann man Risiken für langfristige Krankheiten eingeht. Auch auf diese Frage hatte Simon eine Antwort und schilderte, ab welchem wöchentlichen Sportpensum positive Reaktionen des zentralen Nervensystems zu erwarten sind und wie viel Sport eigentlich noch gesund für uns ist. Es lässt sich wohl behaupten, dass Sport es durchaus vermag, das Leben in einem gewissen Maße zu verlängern und Alterungsprozesse des Körpers und des Geistes ein Stück weit zu verlangsamen. Wichtig ist es jedoch, das ganze Leben lang aktiv zu sein und zu bleiben.

Nach einer abschließenden offenen Fragerunde mit der Zuhörerschaft beendete Simon seine Präsentation unter großem Applaus. Das große Interesse an dem Vortrag zeigte, wie schön es ist, als Ruder-Club zusammenzukommen und einen gemeinsamen Abend mit interessanten Themen und angeregenden Gesprächen zu verbringen. Der nächste Vortragsabend lässt daher nur auf sich warten.

Florian Kögler

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