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RCW Aktuell

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Stammtisch trifft… starke Münsterländer

Besichtigungstour zum europäischen Marktführer von Mähdreschern,    
Fa. Gebr Claas in Harsewinkel in Harsewinkel

Auf Initiative des Stammtischpräsidenten Horst Noll, der diese hochinteressante Besichtigungstour ins münsterländische Harsewinkel organisierte, fuhren 12 Mitglieder des RCW-Stammtisches, zusammen mit vier Gästen, am 2.2.2018 ins nasse, mit Schneematsch bekleckerte Münsterland.


Wir waren voller Erwartungen etwas über Landmaschinentechnik zu erfahren. Nach eineinhalbstündiger Fahrt beider Clubbusse (RV-Bochum und RCW) wurde es, je weiter wir nach Nordosten kamen, immer „schneematschiger“. Riesige Pfützen auf den Feldern, so dass selbst die Krähen Schwimmfüße bekamen. Hatte es doch in den frühen Morgenstunden ordentlich vom Himmel geseicht.

Harsewinkel, Werks-Stammsitz des Unternehmens lebt mit seinen 24.000 Einwohnern von der Firma Gebr. Claas. Die hier beschäftigten 3.500 Mitarbeiter fühlen sich als große Familie. Weitere 6.500 Mitarbeiter gehören weltweit ebenso zur Familie und nach Übernahme eines chinesischen Werkes ist jeder 10. Mitarbeiter ein Chinese.

Die europäische Marktführung in Mähdreschern wird noch getoppt von der Weltmarktführung bei selbstfahrenden Feldhäckslern. Produziert wird in Asien, Europa, China, Russland und den USA und  weltweit sorgen darüber hinaus 6.000 Kundendiensttechniker dafür, dass kein Landwirt mit seiner Ernte im Regen stehen bleibt.

Ersatzteilversand? Kein Problem: Das Zentrallager in Hamm und die Läger in den Kundenländern gewährleisten bei Bestellung bis 16.00 Uhr die Ankunft der erforderlichen Teile innerhalb von 48 Stunden auch im hintersten Hinterindien.

140 Länder der Erde werden mit Maschinen, und Ersatzteilen beliefert und erzielen einen Gesamtumsatz von 3,76 Mrd. Abgerundet wird die Produktpalette durch Traktoren, Rad- und Teleskoplader, Futtererntemaschinen, Häcksler und Ballenpressen. 2050 hat die Erde 9,6 Mrd. Menschen zu ernähren. Das ist nur mit effizienter Technik möglich.

Doch nun genug der kaufmännischen Fakten. In einem eigens für die täglichen Besucher- und natürlich auch Kundenströme (jährlich über 30.000 interessierte Besucher) errichteten Technoparc erfuhren wir diese Informationen. Zu kaufen ist hier alles, vom größten Mähdrescher  für ½ Mio. € bis zum Fahrrad Sonderedition August Claas für 1.490,--€ und Kinderspielzeug Edition Claas.++

Der nun folgende Werksrundgang führte uns über rund 4 km durch die Hallen, informiert wurden wir von einer Ukrainischen Ingenieurin.

Sie erklärte :

Angeliefert wird alles Material „Just in Time“ mit vier Stunden Vorlauf. Stahlbleche aus der ganzen Welt, Schneidwerkzeuge aus Österreich, Motoren von MAN, Mercedes, Caterpillar oder Teile aus anderen Claas-Werken. Alles unterliegt einer strengen Qualitätseingangskontrolle, sowie die laufende Produktion auch ständig überprüft und dokumentiert wird.

12m breites Mähwerk mit Haspel, Messerbalken und EinzugschneckeAlle aus Flachstahl ausgeschnittenen und verschweißten Bauteile werden vor der weiteren Montage pulverbeschichtet; eine Lackierung ist für den harten Feldeinsatz nicht ausreichend. So wandern dann die selbst gefertigten Komponenten mit den zugekauften Montageteilen ans Band. Das Band ist nach einem Fischgrätmuster konzipiert, d.h. es werden abschnittweise seitlich Teile zugefügt und dann montiert.
So verlassen hier pro Tag bis zu 40 selbstfahrende Maschinen die 4 jeweils 150m langen Montagebänder. Die Maschinen werden individuell nach Kundenwunsch zusammengestellt, sind also alle bereits bestellt. Die Kundschaft braucht nicht länger als 2 – 3 Monate auf die Lieferung warten.

Abschließend folgt die große Qualitätskontrolle. 120 Mähdrescher lassen die Werksauditoren jedes Jahr komplett zerlegen, um diese im Detail kontrollieren zu können, Qualität ist oberster Grundsatz und wird somit gewährleistet.

Hightech Maschinenbau, bei dem an alles gedacht wurde. Von den abgerundeten oberen Gehäuseecken, damit die Drescher bei Bahnverladung nicht an der Tunneldecke schrammen, GPS-Steuerung, Schnittkantenerfassung auf 2 cm genau, Ertrags- und Feuchtemessung des Ernteguts u.s.w., alles was technisch machbar ist.

Umweltschutz genießt bei dem mit 91 Lebensjahren noch aktiven Seniorchef, im familienverwalteten, und -gesteuerten Unternehmen Claas hohen Stellenwert. Abwärme aus der Produktion und dem Rechenzentrum wird zur Gebäudeheizung oder Prozessbeheizung wiederverwendet. Farben sind auf Wasserbasis aufgebaut und das Fahrrad ist Werksverkehrsmittel Nr. 1, Gesundheitsschutz ist vorrangig.

Nach Abschluss der Besichtigung, bedankt haben wir uns bei unserer Führerin mit einem Band unserer Festschrift, ging es zur Stärkung zur „Tortenliebe“, einem kleinen, feinen, von einer jungen Konditorin geführten Café in der innenstadt.

So gestärkt ging es gegen 17.00 Uhr wieder Richtung A2 und staufrei nach Hause.

Teilgenommen haben unsere beiden Fahrer Dieter Borgmann und Tom Blumberg, Manfred Bunke, Johann Böhme, , Ulrich Düchting, Fritz Gerlach, Katrin u. Wilfred Güthoff, Siegfried Held, Eva u. Dieter Peters, Anton Schnurr, Eckhard Schulz und Sim Weihmann, sowie Hr. Dönnhoff und Hr. Kreikmann als Gäste.

Danke Horst, der Du aus gesundheitlichen Gründen leider nicht teilnehmen konntest. War eine tolle Idee! Danke auch an unsere beiden Fahrer.                        

Dieter Peters            

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